Zusammenfassung Düngemittelverordnung vom 26.05.2017

Düngebedarfsermittlung:

Vor der Ausbringung von Düngemitteln o.ä. muss von jedem Betriebsinhaber eine Düngebedarfsermittlung für die betreffende Kultur ermittelt werden. Dabei gilt es diesen Bedarf für jeden Schlag oder jede Bewirtschaftungseinheit zu ermitteln. Die Düngebedarfsermittlung muss zum Zeitpunkt des Düngens, mindestens aber einmal jährlich durchgeführt werden.

Stickstoffbedarfsermittlung:

Ackerland (§4 (1)):

Bei der Ermittlung des N – Bedarfs sind folgende Einflüsse zu beachten:

  • N – Bedarfswert
  • Ertragsniveau: durchschnittlicher Ertrag der letzten 3 Jahre
  • N – Nachlieferung durch Erntereste
  • N – Nachlieferung durch organische Düngung
  • N – Nachlieferung aus dem Bodenvorrat: bei mehr als 4 % Humus ist ein Mindestabschlag von 20 kg N / ha erforderlich
  • Abschläge durch Vor – und Zwischenfrüchte
  • Aktueller N – Gehalt im Boden

Grünland, Dauergrünland und mehrschnittiger Feldfutteranbau (§4 (2)):

Zusätzlich zu den o.g. Punkten sind weiterhin folgende Aspekte zu berücksichtigen:

  • Zu- und Abschläge auf Grund von abweichendem Ertragsniveau oder Rohproteingehalt: Durchschnitt der letzten 3 Jahre
  • N – Nachlieferung durch N – Bindung von Leguminosen
  • Ausgenommen: N – Nachlieferung durch Erntereste

Phosphatbedarfsermittlung:

Hierbei sind folgende Einflüsse zu beachten:

  • erwartete Erträge und Qualitäten
  • im Boden verfügbare Phosphatmenge und die Nährstofffestlegung
  • Anbau- und Standortbedingungen

Anwendung von Stickstoff- oder Phosphathaltigen Düngemitteln

Stickstoff- oder Phosphathaltige Düngemittel dürfen nicht auf überschwemmten, wassergesättigten, gefrorenen oder schneebedecktem Boden angewendet werden.

Unter folgenden Umständen dürfen bis zu 60 kg Gesamtstickstoff /ha auf gefrorenem Boden ausgebracht werden:

  • der Boden wird durch auftauen am Tag des Ausbringens aufnahmefähig
  • Abschwemmen in oberirdische Gewässer oder auf Nachbarflächen ist nicht zu befürchten
  • Der Boden trägt eine im Herbst gesäte Pflanzendecke (Winterkultur oder Zwischenfrucht, oder es handelt sich um (Dauer-) Grünland
  • Anderenfalls die Gefahr einer Bodenverdichtung und Strukturschäden durch das befahren gegeben wäre

Anmerkung: Bei der Verwendung von Festmist von Huf- oder Klauentieren oder Kompost als Düngemittel können auch mehr als 60 kg Gesamtstickstoff /ha ausgebracht werden.

Ausbringungsverbote für Stickstoff

Ackerland:

Ernte der letzten Hauptfrucht bis zum Ablauf des 31.01
Festmist (mehr als 60kg N): 15.12. – 15.01.

Max. 60 kg Gesamt – N oder 30 kg Ammonium – N bis zum 01.10. nach Getreide zu:

  • ZF, Winterraps, Feldfutter (Aussaat bis zum 15.09.) oder Wintergerste (Aussaat bis 01.10.)
  • bis zum 1. Dezember zu Gemüse

Sperrfristverschiebung von bis zu 4 Wochen möglich!

(Dauer-) Grünland, Ackerland mit mehrjährigem Feldfutteranbau:

Bei einer Aussaat bis zum 15. Mai: 01.11. – Ablauf des 31.01.

Abstandsauflagen zu Gewässern

  • 4 Meter zwischen Ausbringungsfläche und Böschungsoberkante
  • 1 Meter bei Geräten mit Grenzstreueinrichtung oder wo Streubreite = Arbeitsbreite
  • 5 Meter bei einer Hangneigung ab 10%

Unzulässige Ausbringtechniken

  • Festmiststreuer ohne gesteuerte Mistzufuhr zum Verteiler
  • Gülle – und Jauchewagen mit freiem Auslauf auf den Verteiler
  • Zentrale Prallverteiler, bei denen nach oben abgestrahlt wird
  • Güllewagen mit senkrecht angeordneter, offener Schleuderscheibe als Verteiler
  • Drehstrahlregner zur Verregnung von Gülle

Einarbeitung von organisch und org. – min. Dünger (einschl. Wirtschaftsdünger):

Unbestelltes Ackerland: Einarbeitung innerhalb von 4 Stunden nach Beginn des Ausbringens
Ausgenommen: Festmist von Huf- oder Klauentieren, Kompost oder TM < 2%

Zukünftige Ausbringauflagen

Ackerland: Ab dem 01.02.2020 nur noch streifenförmig
Grünland: Ab dem 01.02.2025 nur noch streifenförmig

Nährstoffvergleich

Bis zum 31.03. muss für das abgelaufene Düngejahr ein betrieblicher Nährstoffvergleich für N und P erfasst werden
Gilt nicht für: Weidehaltung von bis zu 100 kg N / ha / Jahr, keine zusätzliche N – Düngung, Bewirtschaftung von <15 ha landw. genutzter Fläche, keine Aufbringung von außerhalb des Betriebes anfallendem Wirtschaftsdünger
Rechtswidrig: Mehr als 50 kg N/ha Ø 3 Jahre; 20 kg Phosphat/ha Ø 6 Jahre

Lagerung

  • sichere Lagerung von Gülle/Jauche für mind. 6 Monate
  • ab 01.01.2020: Betriebe mit < 3 GE/ha, die nicht über eigene Aufbringungsflächen verfügen, müssen die über 9 Monate anfallende Gülle/Jauche sicher lagern SOWIE über 2 Monate anfallenden Festmist und Kompost sicher lagern können

Stoffstrombilanz – Für wen gilt sie? (ab 01.01.2018)

  • Betriebe mit mehr als 50 GVE
  • Betriebe mit mehr als 30 ha landwirtschaftlicher Nutzfläche bei einer Tierbesatzdichte von jeweils mehr als 2,5 GVE / ha
  • Viehhaltende Betriebe, bei denen im jeweiligen Bezugsjahr außerhalb des Betriebes anfallender Wirtschaftsdünger zugeführt wird

Was müssen die Betriebe tun?

Die betreffenden Betriebe sind dazu verpflichtet jährlich eine Bilanz über die Nährstoffzufuhr und – abgabe zu erstellen. Dabei sind die Nährstoffmengen an Stickstoff und Phosphor, die dem Betrieb durch Düngemittel, Futtermittel, Saatgut (einschließlich Pflanzgut und Vermehrungsmaterial), landwirtschaftliche Nutztiere, Leguminosen sowie sonstige Stoffe, relevant.

Weitere Informationen entnehmen Sie bitte dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft unter folgendem Link:

https://www.bmel.de/DE/Landwirtschaft/Pflanzenbau/Ackerbau/_Texte/Stoffstrombilanz.html

Angaben ohne Gewähr. Es gelten die Bestimmungen der aktuellen Rechtsvorschriften.
(Stand: März 2018)